Kinder und Jugendliche wünschen sich ein Umfeld, das ihnen die Entwicklung eigener Fähigkeiten und Fertigkeiten ermöglicht. Nicht allen ist dies gleichermaßen vergönnt. Denn Kinder und Jugendliche, denen - wenn auch zu ihrem Schutz - ihr leibliches Zuhause genommen wird, leben fernab der Ursprungs-Familie. 

 

Die Gemeinnützige Gesellschaft EmMi LuebesKind möchte ihren Beitrag dazu leisten, dass sich Politik und Gesellschaft noch mehr damit befassen. Und sie schenkt den betroffenen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Gelegenheiten, sich in der Gesellschaft zu etablieren. 

Statistisches Bundesamt

2020: Inobhutnahme von über 85.000 Kindern und Jugendlichen

 

Die Jugendämter in Deutschland haben im Jahre 2020 mehr als 85.000 Kinder und Jugendliche zu deren Schutz aus den leiblichen Familien in ihre Obhut genommen (Quelle: igfm.de). Dies teilte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit Bezug auf das Statistische Bundesamt mit. 

Jährliche UdL-Konferenzen

Die erste Tagung zu aktuellen Ergebnissen und Erkenntnissen aus der ELK-Arbeit fand im September 2015 in der Bertelsmann-Repräsentanz in Berlin ("Unter den Linden 1"). Deshalb nennen wir diese informellen Zusammenkünfte "UdL-Konferenz". An ihr nehmen Vertreterinnen und Vertreter vieler namhafter Pflegekinder-Betreuungseinrichtungen und öffentlicher Stellen teil.

Fachkonferenz im BMFSFJ | April 2017

v.l.n.r.: Dr. Dagmar Reimer / Prof. Dr. Klaus Wolf  / Eva Beuster / Christian Wolter / Dr. Susanne Litzel  / Prof. Dr. Friedrich Loock

 

Bundeskonferenz im BMFSFJ

Auf Einladung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) veranstaltete die ELK unter dem Titel "Der Kinder- und Jugendhilfe entwachsen" dort eine Konferenz zugunsten von Careleaver*innen.  Mehr  ...

Unter dem Titel "Der Kinder- und Jugendhilfe entwachsen" veranstaltete die ELK auf Einladung des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) am 28. April 2017 eine Fachkonferenz im BMFSFJ. 

 

Zur Begrüßung sprach Frau Caren Marks, die Parlamentarische Staatssekretärin des BMFSFJ zu den zahlreichen Teilnehmer*innen. Anschließend präsentierten die Studienleiterin, Frau Dr. Dagmar Reimer, und der Leiter der Forschungsgruppe Pflegekinder der Universität Siegen, Herr Prof. Dr. Klaus Wolf, die Ergebnisse und Erkenntnisse der von der ELK finanzierten Langzeitstudie der Forschungsgruppe. Danach gewährten Eva Beuster und Christian Wolter Einblicke in den herausfordernden Alltag von "Careleavern", also von jungen Menschen, die mit Erreichen der Volljährigkeit die Obhut der öffentlich getragenen Kinder- und Jugendhilfe verlassen (müssen) ("leaving care" = "Careleaver").

Kinder und Jugendliche wünschen sich ein Umfeld, das ihnen die Entwicklung eigener Fähigkeiten und Fertigkeiten ermöglicht. Nicht allen ist dies gleichermaßen vergönnt. Denn Kinder und Jugendliche, denen - wenn auch zu ihrem Schutz - ihr leibliches Zuhause genommen wird, leben fernab der Ursprungs-Familie.

 

Dies tun sie häufig übergangsweise in Bereitschaftsfamilien, Heimen, Betreuungseinrichtungen und Solidargemeinschaften. All diese leisten zweifellos Enormes, sie ermöglichen eine schnelle Hilfe in einer Notsituation. Jedoch sind sie in erster Linie gedacht zur vorübergehenden Unterbringung der Kinder und Jugendlichen, da man dort nicht ausreichend intensiv und auch nicht ausreichend individuell auf deren Bedürfnisse eingehen kann.

 

In Deutschland werden jährlich tausende (!) Kinder und Jugendliche auf behördliche und gerichtliche Anweisung hin von den Eltern getrennt, da diese die seelische und körperliche Unversehrtheit ihrer Kinder nicht ausreichend sicherstellen wollen bzw. sicherstellen können. 

 

Frühes Trauma

 

Insbesondere Kinder, denen von den Eltern physisches und/oder psychisches Leid zugefügt wurde, haben dann bereits ein schweres Trauma erlitten. Vielfach haben sie ihr Grundvertrauen verloren, sodass sie eine besondere Fürsorge von Staat und Gesellschaft verdienen.

 

Das Wort "Trauma" kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "Verletzung". Ein Trauma kann einerseits durch Naturkatastrophen, Terrorangriffe oder durch einen schweren Verkehrsunfall ausgelöst werden. Es entsteht aber auch durch häusliche Gewalt, Missbrauch, fundamentale soziale Veränderungen - also etwas, das nahezu alle Kinder und Jugendlichen, die in die Obhut der öffentlichen Hand genommen werden, erleben bzw. erleiden.

 

Solche Ereignisse führen fast bei jedem Menschen zu extremen Stress, Hilflosigkeit und Entsetzen. Zeigen sich unmittelbar nach dem Ereignis oder auch mit zeitlicher Verzögerung Symptome wie Betäubtheit oder Gefühlsschwankungen, dann sprechen Psychologen von einer (Akuten) Belastungsreaktion, die durchaus von allein abklingen kann. Halten die Symptome jedoch länger an, kann sich eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) mit Flashbacks, Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit und Gleichgültigkeit entwickeln. Womöglich sind die betroffenen Kinder und Jugendlichen nicht mehr in der Lage, sich gesellschafts- und regelkonform zu verhalten. Es kann sogar dazu führen, dass sie in Stresssituationen gewalttätig werden - ohne dies selbst aktiv zu wollen.

Ob und wie junge Menschen reagieren, hängt von der Persönlichkeitsstruktur, dem Umfeld oder auch vom Alter ab. Junge Menschen haben nach übereinstimmender Meinung zentraler wisenschaftlicher Studien ein hohes Risiko, an PTBS zu erkranken.

 

Hierzulande eine große Aufgabe

 

Es gibt weltweit ungezählt viele Kinder in einer solch fatalen Situation. Wir dürfen jedoch nicht übersehen, dass sich allein in Deutschland derzeit mehrere zehntausend (!) Kinder in einer Lage befinden, die sie selbst als existenziell bedrohlich empfinden.

 

Die Stiftung widmet sich daher vorrangig Kindern und Jugendlichen hierzulande. Sie fördert jedoch auch ausgewählte Maßnahmen zur Linderung des Leids von Kindern und Jugendlichen in anderen Ländern.

 

Aktualisiert am 24. November 2022

EmMi LuebesKind fördert familiär benachteiligte junge Menschen und möchte für sie gesellschaftlich und politisch etwas bewegen.

 

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Die deutlich sichtbaren Punkte setzen Akzente. Sie symbolisieren rotierende Zahnräder, die durch gemeinschaftliche Rotation Dinge in Bewegung setzen und sich den dafür erforderlichen Kraftaufwand teilen.

> "Rot": Zuneigung / Engagement,

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